Die Bilder: Dunkelheit, Tür, Fenster, Stufen im Hospizverein Bersenbrück.
Ein dunkler Raum. Die Tür ist fast geschlossen. Nur ein schwacher Lichtstrahl dringt durch den Türspalt. Die Tür öffnet sich langsam. Es wird heller. Durch die offene Tür strömt mir das Licht entgegen und ich spüre seine Wärme. Dieses Licht verwandelt das Dunkel, gleichsam wie in der Osternachtsfeier, wenn der Priester den Gläubigen zuruft: Lumen Christi - seht Christus, das Licht. Die Nacht wird wieder hell. Die Ängste schwinden. Ich hoffe wieder. Gott ist ganz in meiner Nähe.
Adelgunde Heseding, geboren im Sauerland und dort aufgewachsen, verheiratet, drei Kinder.
Die Malerei hat mich schon als Kind interessiert und mich durch mein Leben begleitet. Sie ist mein Lebenselixier, kommt gleich nach meiner Familie, und ist gleichsam ein fester Pfeiler in meinem Leben. Während einer längeren Krankheitsphase Ende 2004 bevorzugte ich beim Malen, ohne es anfangs zu merken, immer öfter rötliche Farben. Als ich darüber nachdachte, wurde mir bewusst, dass die Farbe Rot zur Darstellung von Feuer, Blut, Zorn, Gefahr, Angst, Verbot, und auch zur Veranschaulichung von Wärme, Liebe, Leidenschaft - auch Leben verwandt werden kann. In dieser Zeitspanne sind u.a. auch die vier Bilder "Wege zum Licht" entstanden. Sie geben meine Gefühle wieder: Gefahr, Angst, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung. In dieser Not rufe ich zu Gott. Er ist für mich der einzige, auf den ich mich letztlich verlassen kann. Und er hat mich auch verstanden.
Adelgunde Heseding | * 18. April 1940 † 01. Januar 2006 | Gedenkzettel
